BEI EINTRITT DER DUNKELHEIT
Eine audiovisuelle Ausstellung

 

Schlimme Ereignisse und schwierige Phasen hinterlassen tiefe Spuren. Das wissen wir aus eigenen Erfahrungen und das können wir auch in unseren Städten sehen. Für Dresden sind der 13. und 14. Februar die einschneidenden Datum, an dem sich alles veränderte. Nach dem schweren Bombenangriff war das alte Dresden nicht wiederzuerkennen. Zahlreiche Wohnhäuser waren zerstört, Kulturhäuser, Kirchen und Infrastruktur waren nicht mehr nutzbar. Und auch die Zeit während dem Krieg und danach war gezeichnet von Entbehrungen, Hunger, Not und schweren Schicksalen. Heute können nur noch wenige Menschen von dieser Zeit aus eigener Erfahrung berichten. Die Zeitzeugen sind diejenigen, die uns vor Augen führen, was Krieg bedeuten kann - ganz persönlich. Sie sind Friedensbotschafter. Die Kriegserfahrungen aus ihrer Kindheit haben sie geprägt, sich eingebrannt und begleiten sie bis heute.

Interaktive Begegnungen

Einen äußerst wichtigen Beitrag, um Geschichte aufzuarbeiten, leisten Zeitzeugen, die die Angriffe direkt miterlebt haben. Wir wollen mit Personen ins Gespräch gehen, die ihre Kindheit in Kriegszeiten verbracht haben und den großen Angriff von Dresden am 13. Februar miterleben mussten. Diejenigen, die heute noch davon berichten können, waren damals Kinder. Der 13. Februar ist zu einem Tag des Gedenkens - an die Opfer der Bombardierung von Dresden, zum anderen ist er ein Aufruf, etwas für den Frieden in der Welt zu tun.

Eine interaktive Installation in einer Ausstellung umsetzen, die die Zeitzeugen in der Ausstellung sichtbar und hörbar macht. Die Ausstellungs- besucher werden eingeladen sich über die individuellen Geschichten und Orte mit der Thematik auseinanderzusetzen. Die inhaltliche Grund- lage bilden die persönlichen Erfahrungen der Zeitzeugen, die in Inter- views festgehalten und im Nachgang transkribiert und für die Ausstellung daraus aussagekräftige und prägnante Zitate herausgesucht werden.

Chemnitz / In dem Projekt „Bei Eintritt der Dunkelheit – Kindheitserinnerungen von Zeitzeugen zum 5. März 1945“ kommen 17 Zeitzeugen zu Wort.  Eine audiovisuelle Ausstellung im Chemnitzer Rathaus vom 5.März bis 6.Mai 2022 setzt die Berichte in ein emotionales Erlebnis um. Mit Taschenlampen wurden Audiosequenzen gestartet. Großformatige Portraits zeigten die Zeitzeugen heute.

Sprechende Portraitfotografien

Um die Menschen hinter dem Gesprochenem sichtbar zu machen, werden diese nach Möglichkeit im privaten Umfeld oder an dem Ort portraitiert, an dem sie das Erzählte erlebt haben. Die Umsetzung der Ausstellung erfolgt als interaktive Installation. Die großformatigen Portraits werden mit den Audio-Zitaten zusammen- gebracht. Hinter den Portraits ist ein Sensor angebracht, der über ein Lichtsignal das Audio-Zitat abspielt. Mit Hilfe einer Taschenlampe können die Zeitzeugen durch die Ausstellungsbesucher selbst zum Erzählen gebracht werden, indem die Portraits angeleuchtet werden. Der Fokus fällt damit auch visuell auf jede einzelne Person, die jeweils durch das Zitat neugierig auf die eigene Geschichte macht. Ein weitere Interaktion stellt eine Stadtkarte bereit. Hier werden die Orte markiert an denen die Zeitzeugen das Erzählte erlebt haben. Mit fluorierenden Leitlinien wird zur jeweiligen Person ge- führt.

Durch die interaktive Installation werden nicht nur junge Generationen angesprochen, sondern es wird auch das Erleben der persönlichen Geschichten ermög- licht. Begleitend zur Ausstellung soll es eine Broschüre geben, in der die Zeitzeugen mit Portrait, Ort und Zitat vorgestellt werden, damit auch Menschen, die taub oder höreingeschränkt sind an den Geschichten teil- haben können. Zudem ist es denkbar QR-Codes in der Broschüre zu platzieren, die direkt auf eine Internetseite ind den entsprechenden Audio-Interviews führen.